Eine Kündigung beendet nicht nur ein Arbeitsverhältnis. Sie erschüttert Sicherheit, Identität und Zukunftsvorstellungen. Dort beginnt unsere Arbeit.
In meinem Berufsleben habe ich drei Kündigungen erlebt. Zwei davon konnte ich durch gute Vorbereitung und eine frühzeitige Auseinandersetzung mit meiner beruflichen Situation vergleichsweise gut bewältigen. Die dritte traf mich besonders tief. Sie beendete nicht nur ein Arbeitsverhältnis, sondern stellte meinen bisherigen Berufsweg infrage.
Während meiner anschließenden Rehabilitation wurde mir klar, dass ich Menschen künftig auf ihrem Weg durch solche Veränderungsprozesse begleiten möchte. Aus dieser Entscheidung entstand später meine Selbstständigkeit.
Mit etwas Abstand wurde mir bewusst, dass nicht die Kündigung selbst die größte Herausforderung war. Es waren die Gedanken danach. Die Zweifel. Die Existenzängste. Der Verlust von Struktur. Die Frage nach dem eigenen Wert.
Aus der eigenen Erfahrung wurde ein Format
Genau diese Erfahrungen bildeten gemeinsam mit meiner Kollegin Ute Maiwald die Grundlage für die Entwicklung einer Workshopreihe für Menschen in beruflichen Veränderungsprozessen.
Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Menschen nach einer tiefgreifenden beruflichen Veränderung Zugang zu ihren eigenen Ressourcen finden, neue Perspektiven entwickeln und ihre Handlungsfähigkeit zurückgewinnen können. Dabei ging es darum, die eigenen Reaktionsmuster besser zu verstehen und Möglichkeiten zu entwickeln, mit Belastungen konstruktiver umzugehen.
Was mich besonders berührt hat, war nicht nur das Interesse der Teilnehmenden an den Inhalten. Es war die Offenheit, mit der sie sich auf den gemeinsamen Prozess eingelassen haben. Innerhalb kurzer Zeit entstand ein vertrauensvoller Raum, in dem gelacht, nachgedacht, Zweifel ausgesprochen und sich gegenseitig Mut gemacht wurde.
Für mich war das ein eindrucksvoller Beweis dafür, wie wichtig solche Räume in Zeiten beruflicher Veränderungen sind.
Zusammenarbeit, die aus Unterschiedlichkeit entsteht
Ein weiterer besonderer Gewinn dieser Workshopreihe war für mich die Zusammenarbeit mit meiner Kollegin Ute Maiwald. Während ich den Blick auf Struktur, wissenschaftliche Erkenntnisse, Prozessgestaltung und den Transfer in den Alltag richte, bringt sie ihre langjährige therapeutische Erfahrung, pädagogische Tiefe und eine besondere Leichtigkeit in die Arbeit mit den Teilnehmenden ein.
Unsere Zusammenarbeit war von gegenseitiger Wertschätzung geprägt. Wir haben uns Verantwortung zugetraut, uns gegenseitig wachsen lassen und unsere unterschiedlichen Perspektiven bewusst genutzt.
Gerade diese Unterschiedlichkeit hat den Workshop bereichert. Sie hat gezeigt, dass gute Zusammenarbeit nicht dadurch entsteht, dass Menschen gleich sind, sondern dadurch, dass sie ihre Stärken miteinander verbinden und ein gemeinsames Ziel verfolgen.
Wenn ich heute auf diese Workshoptage zurückblicke, dann bleibt für mich vor allem eine Erkenntnis: Veränderungen lassen sich nicht immer verhindern. Menschen können jedoch lernen, mit ihnen anders umzugehen.
Und wenn Teilnehmende einen Workshop mit dem Gefühl verlassen, ihre Situation besser zu verstehen, ihre eigenen Stärken wahrzunehmen und mit etwas mehr Zuversicht nach vorne zu blicken, dann zeigt mir das, dass aus schwierigen Erfahrungen etwas entstehen kann, das anderen Menschen Orientierung gibt.
Manchmal wird aus einer persönlichen Krise nicht das Ende einer Geschichte, sondern der Anfang einer Aufgabe mit Sinn.
